4 Bücher für 4 Jungs – Tipps von Ulrike Erb-May

Endlich! Eine ist mutig und traut sich – nein, dieses Mal nicht an die Superhelden, sondern an die Liebe. Oder zumindest an ein Herz auf dem Cover. Ulrike Erb-May vom Kinder- und Jugendliteraturzentrum NRW empfiehlt heute Jungsbücher.

So lautete die Aufgabenstellung: Stell dir vor, der Herr Reifenberg ist mit vier Neffen im Alter von 8, 10, 12 und 14 Jahren gesegnet. Dieses Mal will er ihnen zu Weihnachten unbedingt jeweils ein Buch schenken. Wie immer hat er nicht viel Zeit, also machen Sie ihm die Bücher mit wenigen Sätzen schmackhaft. Eine Ahnung, was die Jungs mögen, hat er natürlich nicht. Welche Bücher empfiehlst du?

„Odysseus“ Yves Pommaux (ab 8)

Welcher zukünftige Held kommt ohne die Geschichte von Odysseus aus – keiner. Früh übt sich, wer wein guter Held werden will, also Odysseus für den Achtjährigen. Und wenn er die Geschichte schon kennt – diesen Bildern kann er nicht widerstehen. Er wird immer wieder abtauchen und wird garantiert zum Lesen verführt!

Aus dem Französischen von Erika und Karl A. Klewer, 80 S., Pappband in Fadenheftung. € 19,95 [D]/€ 20,60 [A], ISBN 978-3-89565-254-7

„Stuart Horten“ von Lissa Evans (ab 10)

Also, ich denk mal, für zehnjährige Jungs darf es immer Abenteuer sein. Und wenn es mit einer guten Prise Geheimnis in einer entsprechend sachlichen Verpackung daher kommt, kann sich einer, der nicht unbedingt drei Kreuze über einem Buch macht, nicht entziehen: Stuart Horten ist einem Familiengeheimnis auf der Spur und begegnet dabei verschiedenen skurrilen Figuren an mysteriösen Orten und löst einige Rätsel. Richtig pfiffig, der Kerl, und keine neue Variante von Bert oder Greg, sondern eine eigene Persönlichkeit! Nachschub für angefixte Leser gibt es wohl auch, denn „Stuart Horten“ hat auch einen Untertitel: „Acht Münzen und eine magische Werkstatt“, geschrieben von Lissa Evans und bei mixtvision erschienen.

ISBN: 978-3-939435-53-2, 304 Seiten, gebunden, mit Leseband, 13,90 Euro / 20,50 SFr

„Finn released“ von Oliver Uschmann (ab 12)

Tja, die 12-Jährigen, nicht Fisch, nicht Fleisch und manchmal noch sehr kindlich. Wenn er zu den Kindlicheren gehört, noch Fußball spielt und Fahrrad zum Vergnügen fährt, dann ist er sicherlich für „Finn released“ zu haben, in dem Oliver Uschmann beschreibt, wie drei Jungs eine Quest annehmen, die heißt: Immer geradeaus, und wenn ein Hindernis kommt – drüber! Sie nehmen’s ernst und erleben dadurch natürlich allerhand, was nicht verwundert, da sie zum Beispiel über Hausdächer laufen müssen… Und der Humor stimmt auch, für mich immer wichtig. Loewe bringt diese Reihe raus – aber das weißt du bestimmt.

256 Seiten, ISBN 978-3-7855-7403-4, 9,95 € (D), 10,30 € (A)

[Ach ja, und wenn er doch eher der ernste, politisch interessierte Typ ist und auch noch Kölner wie Frank Reifenberg, könnte er auch den Roman eines anderen Kölners lesen: Manfred Theisens „Wake up“ – blöder Titel, aber spannende Geschichte um eine Freundesclique, die sich in das Netz eines AKWs hacken will. Dafür muss man politisches Interesse und Freude an Diskussion, na ja, und eben Ernsthaftigkeit haben. Bei Boje erschienen.]

 „Herbstattacke“ von Nataly Savina (ab 14 Jahre)

Ich wag’s mal: „Herbstattacke“ von Nataly Savina hat auf dem Titel auch ein rotes Herz, das ist  nicht übersehen. Absolutes No go! Aber wenn du diesem Neffen schon viele Bücher geschenkt hast und er schon einige Gespräche mit dir geführt hat, wird ihn das nicht stören, dann weiß er, dass die Liebe einige der besten Geschichten beseelt. Und dann ist so eine Geschichte auch manchmal heftig, etwas brutal und schließlich auch voller Herzschmerz. All das muss Leo erleben, der sich in einer neuen Stadt und einer neuen Schule gegen ein paar Schläger durchsetzen muss, weil oder obwohl er sich in Farsaneh, die Schwester des „Oberschlägers“ Malik verliebt hat. Und das ist nicht so leicht für einen Deutschen, denn Farsaneh ist Iranerin. Eine starke Geschichte auf 136 Seiten, bei Chickenhouse erschienen.

ISBN 978-3-551-52043-2, 9,95 €, Klappenbroschur

Ulrike Erb-May ist 57 Jahre alt und hat als Kind  James Krüss „Der Leuchtturm auf den Hummerklippen“ geliebt. Sie liest gerade: ganz viel, auch „Das Leben des Galileo Galilei“. Sie arbeitet im jugendstil – kinder- und jugendliteraturzentrum nrw, LAG Jugend und Literatur NRW e.V., Wittener Str. 3, 44149 Dortmund.

Nächste Woche gibt es einen neuen Beitrag in dieser Reihe. Klicken Sie den Follow- oder den RSS-Button (links oben), dann verpassen Sie nix. Wenn Sie rechts die Kategorie “Buchtipps für Jungen” anklicken, können Sie die bisherigen Beiträge dieser Reihe lesen.

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