Golden in der Sonne lagern.

„Ein leidenschaftliches, kultiviertes Leben leben, in der Nachtfeuchtigkeit der Idee, lesend, träumend und ans Schreiben denkend, ein hinlänglich langsames Leben, um sich stets am Rande des Überdrusses zu befinden, dabei aber hinlänglich überlegt, um sich niemals von ihm überwältigen zu lassen. Das Leben fern von Gefühlserregungen und Gedanken leben, nur in Gedanken an die Gefühlserregungen und an die Gefühlserregung der Gedanken. Golden in der Sonne lagern, wie ein dunkler, von Blumen umstandener See.“, schreibt Fernando Pessoa in Das Buch der Unruhe.
Pessoa (1888 – 1935) ist einer der bedeutendsten Lyriker portugiesischer Sprache. Zu seinen Lebzeiten wurde er wenig beachtet, verdiente sein Geld als Angestellter eines Handelshauses und hinterließ 24000 Fragmente, die zum größten Teil nicht veröffentlicht waren. Er benutzte zahlreiche Heteronyme. Im Unterschied zu Pseudonymen stehen diese für eine eigenständige, fiktive Autorenpersönlichkeit mit eigener Biografie, eigenem Stil und meistens auch eigenem Themenhintergrund.
Das Zitat fand im Auftaktband der Reihe über Kreatives Schreiben im Dudenverlag. Der Herausgeber der Reihe und Autor von Schreiben dicht am Leben ist Hanns-Josef Ortheil (übrigens selbst ein „manischer“ Notierer). In diesem Band geht es ums Notieren und Skizzieren. Die komplette Reihe ist sehr empfehlenswert und bringt jedem, der schreibt, mehr als fast alle anderen Schreibschulen in Buchform, die ich kenne. Dieses Buch war auch die Anregung zu meiner Blog-Reihe „Gedankensprünge„.

 

 

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