Catcontent

Still ruhte der See. Überarbeitet, keine Zeit und keinen Nerv mehr für nix drumherum. Nicht mal für’n Bildchen hier. Jetzt wieder. Meine erste Geschichte, die ich mit der Hand geschrieben habe. Hat was mit Katzen zu tun. Und Hunden. Wenn die eingerostete Wortmaschine wieder geölt ist, mehr.

angstäugig.

angstäugig

Augenschein

Scheinwelt

Weltlage

Lageplan

Planwirtschaft

Wirtschaftsverbrechen

Verbrechensaufklärung

Aufkläungsquote

Quotenfrau

Frauenhaus

Hausarbeit

Arbeitsamt

Amtvorsteher

Vorsteherdrüse

Düsenfieber

Fieberkurve

Kurvenwunder

wunderschön

schön.

Mann im Mond.

Warum nur, fragte Ruben Wortreich sich, musste es ausgerechnet dieser Mond sein? Er hatte schon immer davon geträumt als der Mann im Mond in die Geschichte einzugehen. Gleich in mehrere Geschichten. Die Kunstgeschichte, die Literaturgeschichte und selbstverständlich in die Lehre der Kosmologie, die selten zuvor einen solch würdigen Mann im Mond feiern konnte. Eigentlich, davon war Ruben Wortreich fest überzeugt, gab es keinen Mann und schon gar keine Frau, die ihm den Rang ablaufen konnte.
Eine Frau, wie unglaublich, eine Frau. Noch nie hatte sich irgendwo auf dieser Welt, nicht einmal in einem abgewirtschafteten Lokalblatt in dieser weitgehend von den Menschen und komplett von Gott verlassenen Gegend ein Schmierfink dazu verstiegen, einer Frau diesen Platz zuzuweisen.
Nein, der Mond ist und bleibt die letzte Domäne, wo wir vor ihnen sicher sind, sagte Ruben Wortreich, allerdings sagte er es sehr leise, denn er wusste, dass er sich den Zorn seiner ausschließlich aus Frauen bestehenden Familie zuziehen würde; in ihrem Zorn waren sie ebenso gewaltig und gelegentlich gewalttätig wie in ihrer Liebe.
Dies war einer der Gründe, warum es außer seinem Großonkel William und Kronberg, der ohne Vornamen aufgewachsen war und dessen Verwandtschaftsverhältnisse sich nicht eindeutig klären ließen, keine erwähnenswerten Vertreter des männlichen Geschlechts im weitläufigen Hause der Wortreichs gab.
Wie viele Monde gab es in diesem Sonnensystem? Wie konnte er ausgerechnet den erwischen, der kaum, dass sie ihn entdeckt hatten, wieder von der Bildfläche verschwand? Kronberg. Kronberg war schuld. Obwohl es zu einfach war, Kronberg die Schuld zuzuschieben, tat er es doch. Er selbst war der Dummkopf gewesen, denn wer einem Dummkopf folgte, der sogar seinen Vornamen verlor – der war ohne Zweifel selbst ein Dummkopf.

|Schreibimpulse|die Süddeutsche Zeitung meldet am 9.10.2013 „Neptuns verlorener Mond – winziger Begleiter des Planeten wiederentdeckt“|

Baby

Baby war kein Baby. Warum nannte sich eine Frau wie sie Baby? Baby war nicht schön. Wenn sie wütend wurde, schon gar nicht. Sie hatte Narben, quer durch die linke Augenbraue, links neben der Nase drei, eine vom Mundwinkel fast bis zum Ohr. Nichts mit endlosen Beinen, Strasskettchen, Mähne. Ihre braune Haut spannte wie rissiges Leder über den Wangenknochen. Vielleicht, weil sie sich die Haare so fest am Hinterkopf festzurrte, als wolle sie jede Regung in ihrem Gesicht verhindern. Ich hatte mich schon oft gefragt, was passieren würde, wenn sie den Zopf löste. Schrumpelte ihr Gesicht zusammen? Zu einer zerfurchten Hexengrimasse? Konnte sie es einfach abnehmen, das ganze Gesicht? Es über einen Kleiderhaken stülpen, hinter der Tür, neben die Skijacke, die sie Sommer, Winter, Frühling, Herbst, immer trug?
Ich konnte mir genau vorstellen, wie sie abends nach Hause kam. Die Füße taten ihr weh, sie hatte elende Stunden vor dem Club gestanden, Leute raus, Leute rein, immer nur Fetzen der wummernden Sounds, wenn die Eisentür verschwitzte Typen, denen die Haare an der Stirn kleben, ausspuckte, oder Pärchen, die es kaum erwarten konnten, deren Finger sich schon im Gehen ineinander verloren, zwei Schritte, drei, vier vielleicht, er durchwühlte die Haare seines Mädchens, legte ihren Kopf in den Nacken, drückte ihr die Zunge in den Hals, seine Hand schob sich unter ihr kurzes Kleidchen, sie würde es nicht zulassen, nicht auf der Straße. Baby würde es sich anschauen, wusste, dass der Typ zum Ziel käme bei dem Mädchen. Am nächsten Wochenende würden die beiden sich nicht mehr kennen oder sich im Club ankeifen und Baby würde sie rauswerfen lassen, von den Jungs, von den Typen wie dem dicken Kerl.
Mit den ersten Sonnenstrahlen ginge Baby nach Hause, schleppte sich die fünf Stockwerke zu ihrer Dachwohnung hinauf, der große Schlüssel mit dem altmodischen Bart, kein Zylinderschloss, Baby baute nicht auf die Sicherheit von Schlössern, eigentlich könnte sie die Tür gleich offen lassen, der Schlüssel knirschte beim Drehen, hakte sich kurz ein, offen. Ihre linke Hand warf den Schlüssel auf eine alte Kommode, die den halben Flur zubaute, viel zu groß, viel Kommode für wenig Flur. Mit der rechten würde sie nach hinten greifen, sie würde den Kopf zur Seite legen, ihre kurz gefeilten Finger mit Nägeln ohne Lack ertasteten das schlichte, viel zu stramme Gummiband. Sie nähme beide Hände, die Haare öffneten sich, sie zöge das ganze Gesicht nach vorne ab, würde es an den Kleiderhaken hängen. Baby käme zum Vorschein. Baby war schön.

|Outtake aus dem „Landeplatz der Engel“ (Thienemann, 2008)|

Warum es sich lohnt, den richtigen Anstreicher zu finden!

Lehrzeit:
3 Jahre

Hinweis:
Ältere Berufsbezeichnung(en) sind MalerIn und AnstreicherIn

Dieser Lehrberuf kann mit folgenden Ausbildungsschwerpunkten erlernt werden:
Funktionsbeschichtung, Dekormaltechnik, Historische Maltechnik, Korrosionsschutz.

Tätigkeitsmerkmale:
MalerInnen und BeschichtungstechnikerInnen tragen Beschichtungsmaterialien (vor allem Farben und Lacke) auf verschiedene Untergrundarten (z.B. Putz, Holz, Metall, Kunststoff, Beton, Stein) auf, um die Flächen und Gegenstände zu verschönern, vor Witterungseinflüssen zu schützen oder sie zu kennzeichnen. Weiters führen sie Tapezierarbeiten durch und verlegen Wand-, Decken- und Bodenbeläge. Die Farben und Lacke sind je nach Verwendungszweck unterschiedlich zusammengesetzt. Es gibt z.B. Dispersions-, Leim- oder Ölfarben (für Wandbemalungen), Kunstharz-, Nitro-, Acryl- oder Polyesterlacke (für Anstriche auf Holz oder Metall), Rostschutzfarben, Imprägnierungsanstriche als Schutz vor Witterungseinflüssen (z.B. für Naturholz, Beschichtungen von Containern oder Schwimmbassins) oder Kunstharzanstriche (für die Beschichtung von Fassaden, Natursteindenkmälern usw.). Quelle: Berufslexikon

Ich darf ergänzen: Weiterbildung im Bereich Kunstgewerbe, Zweig Kunstraub möglich (siehe auch Peruggia, Vincenzo)