Vom Wollen.

Was willst du eigentlich? Diese Frage taucht im Leben in regelmäßigen Abständen auf, anfangs in kleinen, dann immer häufiger. Und manchmal lauert sie an den ungewöhnlichsten Orten auf dich.
Gestern sitze ich so auf dem Wochenmarkt an der kleinen Kaffeebude, plaudere mit meinem ältesten (im Sinne von langjährig) Freund und komme darauf, dass er ja eigentlich die Rente schon fast in Sichtweite habe. Er ist drei Jahre  jünger als ich. Und er schnappt mit Recct nach Luft, schließlich fühlen wir uns innen so wie Mitte der Dreißiger, großartige Zeit. Absolut. Ich flog ein halbes Jahr lang jedes Wochenende zum Partymachen nach Madrid, kündigte dann meinen Job und blieb das zweite Halbjahr komplett dort. Und ja, ich habe inhaliert und nicht nur das.
Und jetzt? Sitze ich an dieser Bude und denke nicht nur an Rente, sondern rede auch noch drüber.
Gut, von Rente kann bei mir im engeren Sinne sowieso nicht die Rede sein. Weshalb sollte ich solche Gedanken also auf mich beziehen? Aber dann kamen sie, die Gedanken. Beharrlich. Hinterhältig. Stinkig. Fies. Weiterlesen

Eve’s apple.

So shall I live, supposing thou art true,
Like a deceived husband; so love’s face
May still seem love to me, though altered new;
Thy looks with me, thy heart in other place:
For there can live no hatred in thine eye,
Therefore in that I cannot know thy change.
In many’s looks, the false heart’s history
Is writ in moods, and frowns, and wrinkles strange.
But heaven in thy creation did decree
That in thy face sweet love should ever dwell;
Whate’er thy thoughts, or thy heart’s workings be,
Thy looks should nothing thence, but sweetness tell.
How like Eve’s apple doth thy beauty grow,
If thy sweet virtue answer not thy show!

William Shakespeare Weiterlesen

Zinsei.

Obwohl ich Eier über alles liebte und Ostern für mich eine Zeit des nahezu  vollkommenen Glücks war, brauchte ich knapp 52 Jahre, um den Ursprung des Ostereies zu ergründen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass man den größeren Teil meines Lebens nicht googlen konnte. „Der Brauch, verzierte Eier zu Ostern als Freundschafts- und Liebesgabe zu verschenken (Fabergé-Ei), wurde durch verschiedene Anlässe angeregt und gefördert“, heißt es in Wikipedia. Weiterlesen