Von Kurven, Sackgassen und Umwegen – Maren Gottschalk im Gespräch

„Es berührt mich, wenn ich merke, dass diese Leute dieselben Schwächen haben wie alle: Sie sind eitel oder unfair. Sie sagen nicht immer die Wahrheit und sie können selbstsüchtig sein“, antwortete Maren Gottschalk auf eine meiner Fragen im Gespräch, das ich für die Zeitschrift Eselsohr mit ihr führte. Och, dachte ich, da sind ja schon ein paar Eigenschaften dabei, die mich in die engere Auswahl für eine Biografie bringen, denn das ist Marens Spezialität: Biografien über historische Persönlichkeiten, deren Leben sie für eine junge Leserschaft aufbereitet, zum Beispiel Nelson Mandela, Astrid Lindgren oder Andy Warhol („Factory Man“ – erscheint im August bei Beltz & Gelberg).

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Der Eisbär – von Antje Herden

Gestern postete ich mein Ballon-Orakel hier und auf Facebook und prompt kam eine Geschichte von meiner sehr geschätzten Kollegin Antje Herden zu all den Fragen, die diese aufgeblasenen Typen (und Typinnen) im Ballonladen an der Ecke so aufkommen ließen. Dann soll die Frau Herden das letzte Wort hier haben. Für dieses Jahr.

Der Eisbär

Er war den weiten Weg gekommen und nun das.
„Geh nicht“, hatten die anderen ihn gewarnt. „Der Weg ist weit und gefährlich und das Ziel ein ungewisses.“
Doch er hatte ihre Worte in den eisigen Nordwind geschlagen und war losgetrottet. Er war nicht allein unterwegs. Manchmal sah er seinen Nachbarn in der Ferne. Er konnte den Typ in seinem albernen roten Mantel nicht leiden und freute sich, dass der seinen Wagen, mit dem er sonst seine Angeberrunden am Mond vorbei zog, nicht benutzen konnte. Doppelter Kufenbruch bei der letzten Ausfahrt. Wegen exorbitanter Überladung. Weiterlesen

Buy local von überall – LChoice

Die Diskussion um den Online-Versender Amazon kocht weiter hoch. Amerikanische Autoren schreiben offene Briefe, Medien fürchten den Untergang des Abendlandes, viele Buchhandlungen sehen sich mit dem Rücken an der Wand. Kunden sind verunsichert: Sind sie nun böse Menschen, wenn sie der Bequemlichkeit nachgeben, die Amazon ihnen ermöglicht? Viele vermissen gleichwertige Alternativen. Eine solche könnte – wenn viele Buchhandlungen und Kunden mitziehen – die App LChoice sein. Ich sprach mit dem Vertriebschef Tomas Arteaga darüber.

LChoice Startscreen

LChoice Startscreen

Tomas, was ist LChoice?
LChoice ist eine App, mit der du per Smartphone von überall und jederzeit bequem und schnell Bücher bestellst und kaufst. Besonders ist: Der Kauf wird über deine lokale Buchhandlung vor Ort abgewickelt. Du kannst deine Bücher also dort abholen oder sie dir schicken lassen.

Verstehe: L für local, Choice für Auswahl. Wie muss ich mir das praktisch vorstellen?
Jedes Buch bekommt einen QR-Code (siehe Abb.). Dieser Code kann in Katalogen, in Email-Signaturen auf Webseiten abgebildet werden. Der Kunde muss ihn dort nur noch mit der LChoice-App scannen. Das Kundenmagazin Schmitzkatze der Buchhandlung Schmitz ist ein Beispiel. Die Kunden lesen, finden ein Buch toll, scannen und der Bestellvorgang läuft mit wenigen „Handgriffen“. Kein Umweg mehr über den PC oder dasTelefon. App öffnen, Scanfunktion anklicken und auf QR-Code halten und Kauf bestätigen. Schneller geht’s nicht. Weiterlesen

Literaturschatzheber gesucht – Gastbeitrag von Barbara Zoschke

Im Dorstfelder Schulte-Witten Haus schlummert ein großer literarischer Schatz. Mehr als 10.000 Medien warten darauf, aus Kisten und Kartons den Weg in die Regale der ersten Präsenzbibliothek für Kinder- und Jugendliteratur zu finden. Wenn alles nach Plan läuft, kann die Bibliothek Anfang Oktober eröffnet werden. Um dies zu verwirklichen, braucht das JUGENDSTIL – Kinder- und Jugendliteraturzentrum NRW Unterstützung. Der Förderverein des Zentrums hat ein Crowdfunding-Projekt gestartet, um 5000 Euro zu sammeln. Die Autorin und Initiatorin Barbara Zoschke  stellt das Projekt in diesem Gastbeitrag vor:

Als uns der Kölner Literatur-Professor Winfried Kaminski vor zwei Jahren seine gesamte Bibliothek überließ, waren wir komplett aus dem Häuschen. Die über 30 Jahre alte Sammlung von Primär- und Sekundärliteratur aus dem Kinder- und Jugendbereich ist ein wahrer Fundus von unschätzbarem Wert für alle Studierenden, für alle großen und kleinen Literaturinteressierten, die sich beruflich oder privat mit Büchern beschäftigen. Und sofort war klar: Wir brauchen endlich eine Bibliothek. Eine Einrichtung, in der auch die Rezensionsexemplare aus den Verlagen, mit denen wir kreative Leseförderung und Literaturvermittlung in jährlich 400 Veranstaltungen (Workshops, Weiterbildungen, Literaturprojekte) betreiben, eine Heimat finden. Die Neuzugänge aus den Verlagen, die wir jährlich zweimal erhalten, werden die Präsenzbibliothek ständig ergänzen… Ein Traum! Weiterlesen

Schweizer Autorin zum Bestellen.

Wer sich auf Alice Gabathuler einlässt, kann sicher sein: langweilig wird es nicht. Sie ist streitbar und voller Emotionen, was ihr jedoch nicht den klaren Blick auf die Dinge verstellt. Wenn ihr etwas auf die Nerven geht, sagt sie es und wenn sie sich für etwas begeistert, gibt es kein Zurückhalten. In ihren Büchern greift sie aktuelle Themen auf, die ihre jugendlichen Leserinnen und Leser nicht schonen. Daraus entsteht eine packende Mischung aus Thrill und Nachdenklichkeit.

Ich folge dir auf Facebook und habe bei deinen Posts manchmal den Eindruck, du hast schon restlos jede Schule in der deutschsprachigen Schweiz besucht. Auf jeden Fall bist du eine fleißige Vorleserin. Wann und wie schreibst du denn deine Bücher?

Wenn ich dir jetzt sage, dass es Schulen gibt, die ich schon mehrmals besucht habe … Im Ernst: Ich mache tatsächlich sehr viele Lesungen. Das hat zwei Gründe: Erstens tue ich das extrem gerne. Und zweitens sind die Lesungen mein Brotberuf.Alice in Aktion Diese Definition stammt nicht von mir, sondern von Pedro Lenz, einem Schweizer Schriftsteller, den ich mag und bewundere. Und wie bei jedem Brotberuf (also die Tätigkeit, mit der man den Hauptteil seines Einkommens verdient), den ein Autor ausübt, ist das so: Ich schreibe in der Zeit, die übrig bleibt. Dann jedoch intensiv, meist von der Welt abgeschottet in einem internetlosen Haus in den Bergen. Weiterlesen