Von Kurven, Sackgassen und Umwegen – Maren Gottschalk im Gespräch

„Es berührt mich, wenn ich merke, dass diese Leute dieselben Schwächen haben wie alle: Sie sind eitel oder unfair. Sie sagen nicht immer die Wahrheit und sie können selbstsüchtig sein“, antwortete Maren Gottschalk auf eine meiner Fragen im Gespräch, das ich für die Zeitschrift Eselsohr mit ihr führte. Och, dachte ich, da sind ja schon ein paar Eigenschaften dabei, die mich in die engere Auswahl für eine Biografie bringen, denn das ist Marens Spezialität: Biografien über historische Persönlichkeiten, deren Leben sie für eine junge Leserschaft aufbereitet, zum Beispiel Nelson Mandela, Astrid Lindgren oder Andy Warhol („Factory Man“ – erscheint im August bei Beltz & Gelberg).

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Buy local von überall – LChoice

Die Diskussion um den Online-Versender Amazon kocht weiter hoch. Amerikanische Autoren schreiben offene Briefe, Medien fürchten den Untergang des Abendlandes, viele Buchhandlungen sehen sich mit dem Rücken an der Wand. Kunden sind verunsichert: Sind sie nun böse Menschen, wenn sie der Bequemlichkeit nachgeben, die Amazon ihnen ermöglicht? Viele vermissen gleichwertige Alternativen. Eine solche könnte – wenn viele Buchhandlungen und Kunden mitziehen – die App LChoice sein. Ich sprach mit dem Vertriebschef Tomas Arteaga darüber.

LChoice Startscreen

LChoice Startscreen

Tomas, was ist LChoice?
LChoice ist eine App, mit der du per Smartphone von überall und jederzeit bequem und schnell Bücher bestellst und kaufst. Besonders ist: Der Kauf wird über deine lokale Buchhandlung vor Ort abgewickelt. Du kannst deine Bücher also dort abholen oder sie dir schicken lassen.

Verstehe: L für local, Choice für Auswahl. Wie muss ich mir das praktisch vorstellen?
Jedes Buch bekommt einen QR-Code (siehe Abb.). Dieser Code kann in Katalogen, in Email-Signaturen auf Webseiten abgebildet werden. Der Kunde muss ihn dort nur noch mit der LChoice-App scannen. Das Kundenmagazin Schmitzkatze der Buchhandlung Schmitz ist ein Beispiel. Die Kunden lesen, finden ein Buch toll, scannen und der Bestellvorgang läuft mit wenigen „Handgriffen“. Kein Umweg mehr über den PC oder dasTelefon. App öffnen, Scanfunktion anklicken und auf QR-Code halten und Kauf bestätigen. Schneller geht’s nicht. Weiterlesen

Schweizer Autorin zum Bestellen.

Wer sich auf Alice Gabathuler einlässt, kann sicher sein: langweilig wird es nicht. Sie ist streitbar und voller Emotionen, was ihr jedoch nicht den klaren Blick auf die Dinge verstellt. Wenn ihr etwas auf die Nerven geht, sagt sie es und wenn sie sich für etwas begeistert, gibt es kein Zurückhalten. In ihren Büchern greift sie aktuelle Themen auf, die ihre jugendlichen Leserinnen und Leser nicht schonen. Daraus entsteht eine packende Mischung aus Thrill und Nachdenklichkeit.

Ich folge dir auf Facebook und habe bei deinen Posts manchmal den Eindruck, du hast schon restlos jede Schule in der deutschsprachigen Schweiz besucht. Auf jeden Fall bist du eine fleißige Vorleserin. Wann und wie schreibst du denn deine Bücher?

Wenn ich dir jetzt sage, dass es Schulen gibt, die ich schon mehrmals besucht habe … Im Ernst: Ich mache tatsächlich sehr viele Lesungen. Das hat zwei Gründe: Erstens tue ich das extrem gerne. Und zweitens sind die Lesungen mein Brotberuf.Alice in Aktion Diese Definition stammt nicht von mir, sondern von Pedro Lenz, einem Schweizer Schriftsteller, den ich mag und bewundere. Und wie bei jedem Brotberuf (also die Tätigkeit, mit der man den Hauptteil seines Einkommens verdient), den ein Autor ausübt, ist das so: Ich schreibe in der Zeit, die übrig bleibt. Dann jedoch intensiv, meist von der Welt abgeschottet in einem internetlosen Haus in den Bergen. Weiterlesen

Helge Vogt zeichnet: Dinosaurier, Untote und einen Lügenbaron

Helge Vogt wollte als Kind Paläontologe werden. Irgendwann wurde ihm klar, dass er die Dinosaurier und Monster lieber zeichnet. Jetzt macht er das beruflich. Wer war also besser geeignet, Cornelius Delano Tuckerman ein Gesicht zu geben? Und seiner Seifenkiste, die wie ein Megalosaurus aussieht.

Helge, hast du als Junge gerne gelesen?

Wie wohl die meisten Jungs, war auch ich ein bisschen lesefaul. Ich bin aber ein riesen Hörspielfan gewesen. Die ???-Kassetten liefen bei mir, wie auch bei vielen anderen Kindern meiner Generation, zum Einschlafen. Deshalb find ich es auch besonders cool, dass ich für den Carlsen-Verlag die Cover der ???-Bücher malen darf!
HelgeVogtAber natürlich gibt es einen Haufen von Büchern, an die ich mich noch sehr gut erinnern kann. Aus früher Kindheit war da z. B. Malwine in der Badewanne von Stephen Kolleg: Ein Junge bekommt von seinem Onkel eine Kaulquappe, die dann aber nach und nach zu einem Dinosaurier heranwächst.

Aha, Dinosaurier-Erstkontakt!

Ja, Dinosaurier begleiten mich schon länger! Mein Lieblings-Jugendbuch ist jedoch Krabat von Otfried Preußler. Mich haben immer eher fantasievolle Geschichten interessiert. Außerdem habe ich gerne Comics gelesen: Asterix, Lucky Luke, Superhelden.

Gibt es andere Illustratoren/innen, die du besonders magst?

Mich inspirieren alle möglichen Künstler. Das reicht von Urban Art und Graffiti in den Straßen Kreuzbergs bis hin zu den alten Meistern in der Gemäldegalerie.

Was zeichnest du am liebsten?

Am liebsten würde ich immer alles machen! Wenn ich ein Exposé lese, stelle ich mir im Kopf schon eine schön umgesetzte Szene als Cover vor und freue mich darauf anzufangen. Durch den Termindruck und die anderen Aufträge wird das Fertigstellen aber dann doch meistens eher stressig.
Eine besondere Rolle spielen natürlich meine eigenen Ideen und Arbeiten. Der Großteil meiner Arbeitszeit geht im Moment für meine Comicserie „Alisik“ drauf, die ich mit Hubertus Rufledt entwickelt habe. Es gibt dort auch Deadlines, die eingehalten werden müssen. Deshalb musste ich schon öfters mal ziemlich coole Projekte ablehnen. Weiterlesen

Gesucht: Retter der Menschheit.

Ein Gespräch mit der Fotografin Ilka Flören über Kunst auf der Straße und darüber, wie man andere für seine Kunst begeistert und jeden zum Teil des Schaffens machen kann.

Ilka, ich fotografiere seit einiger Zeit alle möglichen Formen von paste ups, Sticker usw. im Stadtbild und veröffentliche sie hier oder in meinem tumblr-Blog straßen|wort|bilder. Es tauchte der Ruf nach den Rettern der Menschheit auf. Das Bild unten ist ganz aus der Anfangszeit, an der Bahnunterführung Aachener Straße aufgenommen. Schnell gegoogelt, auf dich gestoßen! Du beteiligst dich damit an einer Kunst- und Fotoaktion. Um was geht es?

Eine befreundete Fotografin aus Buenos Aires hatte mich eingeladen an einem internationalen Foto-Festival „Pon una Foto en la Calle“  teilzunehmen.  Das heißt  soviel wie „ Tu ein Foto auf die Strasse“ .

Retter der Menschheit

Um was geht es dabei?

Im öffentlichen Raum werden Fotos oder Fotokunst präsentiert: raus aus dem Museums- und Galeriebetrieb, rauf die Strasse, in den öffentlichen Raum. Der  Allgemeinheit wird ein offenerer Zugang zur Fotokunst gegeben.

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