Catcontent

Still ruhte der See. Überarbeitet, keine Zeit und keinen Nerv mehr für nix drumherum. Nicht mal für’n Bildchen hier. Jetzt wieder. Meine erste Geschichte, die ich mit der Hand geschrieben habe. Hat was mit Katzen zu tun. Und Hunden. Wenn die eingerostete Wortmaschine wieder geölt ist, mehr.

Jakob, knapp vorm Himmel – 3

|Wer zuerst den Anfang lesen will, beginnt hier: Jakob, knapp vorm Himmel 1 und Jakob, knapp vorm Himmel – 2|

3

Am nächsten Tag regnet es. Jakob schließt die Augen und hört dem Regen zu. Es plöppert sehr gleichmäßig auf die Dachpfannen, außer wenn ein fester Windstoß kommt, der alle Tropfen entführt, bevor sie plöppern können.
»Plöpp. Plöpp. Plöpperepöpp. Plöppplöpp. Plöpperöppöpöpp. Plöppipilippiplöpp«, singt Jakob mit.
Regen finden fast alle blöd, nur Jakob nicht. Und Herr Klöppelmann, der gerne im Regen tanzt. Die Leute sagen, Herr Klöppelmann sei plemplem. Darüber hat Jakob sich schon einige Mal Gedanken gemacht. Wenn Herr Klöppelmann sehr viel weiß und gerne im Regen tanzt und plemplem ist, was ist dann Jakob, der viel weniger weiß und mit dem Regen singt. Plemplemplerempämpäm. Mindestens.
Jetzt aber macht es takk, takk, takkeretakk.
Jakob hört auf zu singen.
Takkeretakk, takk, takk. Weiterlesen

Keine Angst vor Bleistiften. Notizen.

Der nette Social Media-Felix vom Bloomoon Verlag bittet mich, einen Blogbeitrag in Form eines Tagesjournals zu schreiben. Ich sage sofort ja, weil ein Autor intuitiv Chancen zur strukturierten (und auch zur unstrukturierten) Prokrastination wittert. Er riecht sie förmlich 100 Meter gegen den Wind. Prokrastination wird gerne mit Verschieberitis übersetzt, im Ergebnis ist sie das auch. Strukturierte Prokrastination meint jedoch etwas anderes. Ihr Papst und Propagandist, der amerikanische Philosophie-Professor John Perry  beschreibt das so:

I'm not wasting time

I’m not wasting time. I’m a structured procrastinator.

“The key idea is that procrastinating does not mean doing absolutely nothing. Procrastinators seldom do absolutely nothing; they do marginally useful things, like gardening or sharpening pencils or making a diagram of how they will reorganize their files when they get around to it. Why does the procrastinator do these things? Because they are a way of not doing something more important. If all the procrastinator had left to do was to sharpen some pencils, no force on earth could get him do it. However, the procrastinator can be motivated to do difficult, timely and important tasks, as long as these tasks are a way of not doing something more important.”

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Jakob, knapp vorm Himmel – 2

|Wer zuerst den Anfang lesen will, beginnt hier: Jakob, knapp vorm Himmel 1|

2

Jakob öffnet die Augen. Er ist nicht einmal bis zur Dachrinne gekommen. Und der Himmel hat auch nicht »Krroargh!« gerufen, sondern ein Vogel. Der schwarze Vogel sitzt auf der Dachrinne und ruft wieder »Krroargh!« und noch einmal und noch einmal, aber Jakob versteht keine Vogelsprache.
Vielleicht versteht der Vogel Menschensprache, denkt Jakob und sagt: »Guten Tag, ich Jakob und wer bist du.«
»Krroargh!«, sagt der Vogel.
Vielleicht antwortet er, aber vielleicht ist es gar keine Antwort, sondern einfach nur ein Krroargh. Und vielleicht ist er kein er, sondern eine sie. Das kann Jakob nicht so gut sehen.
Der Vogel hat glänzende schwarze Federn einen schwarzen Schnabel und sehr schwarze Augen, die ein bisschen aussehen wie die schwarzen Oliven, die Jakob nicht mag und immer aus dem Salat pickt. Nur viel kleiner als die Oliven sind die Augen, aber sie schimmern, feucht und ölig. Außerdem hat der nur einen Fuß, aber das stört den Vogel nicht. Jedenfalls kippt er nicht zur Seite. Weiterlesen