Catcontent

Still ruhte der See. Überarbeitet, keine Zeit und keinen Nerv mehr für nix drumherum. Nicht mal für’n Bildchen hier. Jetzt wieder. Meine erste Geschichte, die ich mit der Hand geschrieben habe. Hat was mit Katzen zu tun. Und Hunden. Wenn die eingerostete Wortmaschine wieder geölt ist, mehr.

Keine Angst vor Bleistiften. Notizen.

Der nette Social Media-Felix vom Bloomoon Verlag bittet mich, einen Blogbeitrag in Form eines Tagesjournals zu schreiben. Ich sage sofort ja, weil ein Autor intuitiv Chancen zur strukturierten (und auch zur unstrukturierten) Prokrastination wittert. Er riecht sie förmlich 100 Meter gegen den Wind. Prokrastination wird gerne mit Verschieberitis übersetzt, im Ergebnis ist sie das auch. Strukturierte Prokrastination meint jedoch etwas anderes. Ihr Papst und Propagandist, der amerikanische Philosophie-Professor John Perry  beschreibt das so:

I'm not wasting time

I’m not wasting time. I’m a structured procrastinator.

“The key idea is that procrastinating does not mean doing absolutely nothing. Procrastinators seldom do absolutely nothing; they do marginally useful things, like gardening or sharpening pencils or making a diagram of how they will reorganize their files when they get around to it. Why does the procrastinator do these things? Because they are a way of not doing something more important. If all the procrastinator had left to do was to sharpen some pencils, no force on earth could get him do it. However, the procrastinator can be motivated to do difficult, timely and important tasks, as long as these tasks are a way of not doing something more important.”

Weiterlesen

Jakob, knapp vorm Himmel – 2

|Wer zuerst den Anfang lesen will, beginnt hier: Jakob, knapp vorm Himmel 1|

2

Jakob öffnet die Augen. Er ist nicht einmal bis zur Dachrinne gekommen. Und der Himmel hat auch nicht »Krroargh!« gerufen, sondern ein Vogel. Der schwarze Vogel sitzt auf der Dachrinne und ruft wieder »Krroargh!« und noch einmal und noch einmal, aber Jakob versteht keine Vogelsprache.
Vielleicht versteht der Vogel Menschensprache, denkt Jakob und sagt: »Guten Tag, ich Jakob und wer bist du.«
»Krroargh!«, sagt der Vogel.
Vielleicht antwortet er, aber vielleicht ist es gar keine Antwort, sondern einfach nur ein Krroargh. Und vielleicht ist er kein er, sondern eine sie. Das kann Jakob nicht so gut sehen.
Der Vogel hat glänzende schwarze Federn einen schwarzen Schnabel und sehr schwarze Augen, die ein bisschen aussehen wie die schwarzen Oliven, die Jakob nicht mag und immer aus dem Salat pickt. Nur viel kleiner als die Oliven sind die Augen, aber sie schimmern, feucht und ölig. Außerdem hat der nur einen Fuß, aber das stört den Vogel nicht. Jedenfalls kippt er nicht zur Seite. Weiterlesen

Jakob, knapp vorm Himmel.

1

Jakob schaut in den Himmel. Der Himmel ist blau und groß. Sonst fühlt Jakob sich oft klein. Fast jeder ist größer als er und fast jeder schaut auf ihn hinab. Nur Buster nicht, der muss zu ihm aufschauen, aber dafür rächt Buster sich, wann immer er kann.
Dann hebt er sein Bein und pinkelt Jakob an den rechten Fuß. Immer an den rechten, nie an den linken. Buster ist ein Dackel mit sehr krummen Beinen und einer sehr spitzen Nase und Schlappohren.
Beim Himmel fühlt Jakob sich nicht klein, obwohl der so groß ist, der Himmel.
Wo, fragt Jakob sich, beginnt wohl der Himmel?
Jakob wohnt ganz oben im Haus, fast auf dem Dach. Vom Wohnzimmer aus kann er ohne Probleme auf die Terrasse hinaus. Dort schaut er gerade eben über die anderen Dächer hinweg.
Nach rechts, wo die Sonne aufgeht und in einiger Ferne die große Kirche mit den zwei Türmen steht. Er würde gerne einmal hinauf auf die Kirche. Ob er dann wohl das Haus, in dem er wohnt, sehen kann?
Ein bisschen weiter links steht ein Hochhaus. Abends hat es an den acht obersten Stockwerken blaue Lampen, die an und ausgehen, mal von oben nach unten, mal von links nach rechts oder sie flackern. An, aus, an aus, sieben mal hintereinander, dann wieder alles von vorne. Ein bisschen weiter kommt der Fernsehturm mit der roten Lampe an der Spitze, damit keine Flugzeuge dagegen fliegen. Ganz links geht die Sonne unter.
Die Sonne kann beim Untergehen sehr viele verschiedene Farben, allerdings sind sie alle orange. Weiterlesen